Dunkle Energie, Äther und Doppelspalt
Mathematik ist die einzige
perfekte Methode, sich selber an der Nase herumzuführen.
(Einstein : Zitiert in Seelig: Helle
Zeit-Dunkle Zeit, S.72) in Piper 5089/1997.
Michelson-Versuch, Äther und Hubble
Ein Urteilchen, das den Teilchenzoo erklärt
Wie Galaxien auch hätten entstehen können
Beugung von Elektronen am Doppelspalt
Bastelstunde Elementarteilchen (Nachtrag)
Die populärwissenschaftliche Literatur über Physik und Kosmologie
ergibt kein befriedigendes Bild. Begriffe der Quantenphysik: etwa Kollaps,
Nichtlokalität, Superposition, Dekohärenz etc.
verursachen Unbehagen. Im Rückblick liegen die Gründe wohl in der
Interpretation der Ergebnisse zu Beginn des 20.ten Jahrhunderts.
Die Überraschung Rutherfords, das
Atom überwiegend als Vakuum vorzufinden, die Schlussfolgerung Bohrs, das
Atom wie ein Planetensystem zu behandeln und dabei Teilerfolge (Balmer, Lyman,
Paschen, Rydberg) zu erzielen, schufen Bilder, die
die weitere Entwicklung prägten. Hätte man das Atom als Struktur von
Masseteilchen (Kern und Elektronen) angesehen, so hätte vielleicht eine
Analogie zur schwingenden Platte nähergelegen, die zu den leicht verständlichen
Chladni-Figuren führt. Da bei solchen Schwingungen
keine gleichen Moden auftreten, wäre so etwas wie ein zunächst
postuliertes Pauliprinzip nicht notwendig. Allerdings
wäre, wenn die Elektronen sich in Bereichen maximaler Amplitude aufhalten, das
angenommene inneratomare Vakuum zu Schwingungen fähig, also mit irgendwelchen
Teilchen besetzt, eine Vorstellung, die dem modernen Begriff vom Vakuum so fremd
nicht mehr ist.
Hätte man dann unter
Missachtung des damals erörterten Problems der sogenannten Tauchbahnen des
Elektrons das Wasserstoffatom, bestehend aus Proton und Elektron, als Dipol
betrachtet und es wie eine minimierte, angeregte Antenne behandelt, so hätte
man die komplexe Funktion, die Spannung und Stromstärke verbindet, als
Phasenverschiebung zwischen diesen Größen auch im Atom angesehen. Koppelt man
die Antenne zur Leistungsentnahme an einen Schwingkreis, so wird die reelle
Wirkleistung errechnet, indem das Ergebnis mit der konjugiert komplexen
Funktion multipliziert wird. Das führt weiter zur bekannten Thomson-Gleichung.
Eine Analogie zu dem in der Quantenphysik üblichen "Kollaps der
Wellengleichung" ist nicht zu übersehen. So gesehen ist der Kollaps
notwendig, um dem System zwecks Messungen Leistung zu entziehen, ob
man nun hinschaut, hinhört oder nicht.
Allerdings hätte man wegen der Heisenberg-Beziehung
keine Anfangsbedingungen definitiv nennen können, wie es etwa beim
Federpendel üblich ist. Doch genau genommen sind auch dort Anfangsbedingungen
gesetzte Werte, die, mikroskopisch gesehen, ebenso wenig exakt sind. Zeigte ein
solches Pendel, etwa als Doppelpendel, chaotisches Verhalten, so
wären geringste Abweichungen der Ausgangsdaten verantwortlich für
mangelnde Reproduzierbarkeit des Schwingungsverlaufs.
In Vorbereitung auf die SRT hatte Einstein sicherlich Überlegungen
über den Äther angestellt, den er jedoch, wie er dann zeigte, nicht nötig
hatte, aber in abgewandelter Form als notwendig ansah. Sein Postulat der
konstanten Lichtgeschwindigkeit in relativ zueinander bewegten Systemen war
hinreichend. Somit musste er aber, um den fotoelektrischen Effekt in der
bekannten Weise zu erklären, die Planck'schen
Lichtquanten in Teilchen oder Lichtpakete umdeuten, die sich im Vakuum bewegen.
Das wiederum ermunterte de Broglie umgekehrt Materiewellen einzuführen.
Diese Gleichheit von Welle und Teilchen musste aber dann zu Widersprüchen
führen, wenn es um die Interpretation des Doppelspaltversuches ging. Und hier
begannen Deutungen mit Born'schen
Wahrscheinlichkeiten, Schrödingers Superpositionen, Feynmans Multipfaden und letztlich Bohrs
Korrespondenzprinzip. Alle diese Entwicklungen warfen stets neue Fragen auf,
die bis heute nicht einvernehmlich beantwortet, eher mit Nichtlokalität,
Viele-Welten-Theorien komplizierter wurden. Wie sagte Hawking so trefflich, es
ist an der Zeit, Schrödingers Katze als Symbol der
Superposition endlich zu erschießen.
Als die Doppelspaltergebnisse bei Verwendung von Elektronenstrahlen
bekannt wurden, war die Verwirrung total. Superposition der quantenmechanischen
Möglichkeiten, welche Weg-Methoden, Multipfadrechnungen entstanden,
und Theoretiker gestanden, dass wohl niemand dieses Experiment je
verstehen würde. Und diese Bemerkungen blieben nicht ohne Einfluss auf die
Philosophie der Physik, speziell die Erkenntnistheorie und den
Determinismus.
Nun ist nicht sicher, dass menschliche Vernunft jemals das
Universum ohne verbleibenden Rest erkennen wird, aber Bemühungen, die
Ergebnisse bildhaft zu deuten, sollten nicht aufgegeben werden.
Quantenfluktuationen, zehn Raumdimensionen, Teilchen als Strings oder
Gitarrensaiten, Branen als getrennte Universen
sind ähnlich wie das "Higgs-Teilchen als
Premierministerin auf einem Empfang" wenig ansprechend. Und das Argument,
die Evolution habe uns den Verstand nicht gegeben, um die Welt zu erkennen,
sondern nur, um zu überleben, ist zwar richtig, wird jedoch heute zu schnell
gebraucht. Die
Welt ist halt so, hört man oft; man verwirft zwar Lösungen, die zu
Unendlichkeiten führen, aber das Prinzip der Superposition, das Nichtlokalität
erzeugt, wird nicht angezweifelt.
Zwischen den Modellen der klassischen Physik und der Quantenphysik
Brücken zu schlagen, oder - bescheidener gesagt - einige Planken über den Fluss
zu legen, ist die Absicht der folgenden Artikel.
H.D.Zeh bemerkte über die M-Theorie:
"Natürlich bin ich nicht so vermessen, die hohe Mathematik dieser Theorien
verstehen zu wollen, aber ich stimme normalerweise mit Feynmans
Bemerkung überein, dass man einen Beweis ohnehin erst glauben soll, wenn man
ihn anschaulich nachvollziehen kann, oder gar mit Wheelers Rat, wonach man
als Physiker erst dann mit dem "Rechnen" beginnen solle, wenn man das
Ergebnis geraten (also verstanden) hat".
So sind die geschilderten Modelle zu verstehen, die - weil sie
akzeptabel erscheinen - nicht zuletzt unter Hinweis auf die 10 Gebote von Bertrand
Russel hier
beschrieben werden. Auch die Ausführungen von Carlo Rovelli
(Spektrum der Wissenschaft, März 2006) unterstreichen die Bedeutung vom
Mainstream abweichender Überlegungen.
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