Elektronenbeugung - Doppelspalt               Zum Inhaltsverzeichnis

 

„Es gab eine Zeit, als Zeitungen sagten, nur zwölf Menschen verständen die Relativitätstheorie. Ich glaube nicht, dass es jemals eine solche Zeit gab. Auf der anderen Seite denke ich, es ist sicher zu sagen, niemand versteht Quantenmechanik.“(Richard Feynman)

 

Die Hypothese der Adipole erlaubte die Bestimmung der Influenzkonstante. Hier soll ein Modell versucht werden, das mit ihrer Hilfe in einfacher Weise die Elektronenbeugung am Doppelspalt erklären kann.

Im Raum bilden die Adipole wegen ihrer gegenseitigen Abstoßung eine Art Gitter. Befindet sich ein Elektron in einem elektrischen Feld, so  orientiert es die umliegenden Adipole auf sein Zentrum, wie es nach heutiger Vorstellung die "Polarisation des Vakuums durch nackte Elektronen" beschreibt. Die gedachten elektrischen Feldlinien sind dann kettenartig verknüpfte Adipolreihen.

Bewegt sich ein Elektron mit der Ladung Q und der Geschwindigkeit v in X-Richtung auf einen Spalt zu, so bewirkt es dort einen Verschiebungsstrom im Vakuum gemäß (1):

J(x) = Q * v /x²).

Mit geringer werdendem Abstand x vom Spalt nimmt die Induktion stetig zu. Anders in einem Adipolfeld, wo die umgebenden Adipole auf das geladene Teilchen ausgerichtet sind. Bewegt sich das Teilchen, so klappen auch die Adipole der nächsten Umgebung um (Eine Analogie ist das Umklappen der Spinorientierungen in Ferromagnetika). 

Stellt man sich als lineares Modell vor, dass das in Flugrichtung nächstliegende Adipolteilchen  um 180° umklappt, anschließend auf die Rückseite verlagert wird, so setzt sich diese Störung in Richtung auf den Spalt fort. Dabei ist jeder Umklappvorgang äquivalent zu einer halben Wellenlänge.

 

Herleitung der de Broglie-Gleichung.

Ein bewegtes Teilchen bewirkt f = u(T)/d Umklappvorgänge, wobei u(T) seine Geschwindigkeit, d der Abstand zwischen den Adipolen ist. Die entstehende Welle bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit c; die zugeordnete Wellenlänge sei λ(L). Somit gilt mit:

 λ(L) = c / f = 2 *c * d / u(T)  

oder 

u(T) = 2 * c * d  / λ(L).

Multiplikation mit m(T), der Masse des Teilchens, ergibt:

p(T) = 2 * c * d * m(T)/λ(L).      (Impuls p(T) = m(T) * u(T))

Bei Nutzung der relativistischen Beziehungen E(T) = m(T) * c² folgt 

p(T) = 2 * d * E(T)/λ(L)/c

Mit  E(T) = h * ν(T) = h * c /λ(T) wird dem Teilchen Frequenz ν(T) und  Wellenlänge λ(T) zugeordnet.  

Dann folgt mit geeigneter Umstellung:

λ(T) = (h / p(T) * (2 * d / λ(L))

Für 2d = λ(L) folgt die Gleichung zur Bestimmung der de Broglie-Materiewelle des Teilchens:

λ = h/p

Was bedeutet die Gleichsetzung von 2d = λ(L)?  

Ohne Teilchen entspricht, wie im vorausgehenden Kapitel beschrieben, die halbe Wellenlänge dem Abstand der Adipole. Bewegt sich ein Teilchen, so wird der abgestrahlte Wellenzug  in Verhältnis λ' = λ*(1 - v/c) gestaucht, aber im gleichen Maß auch der Teilchenabstand. Damit wird 2d / λ(L) = 1.

Wenn die Wellenlänge der Vorwärtsstrahlung kleiner wird, dann auch die Teilchenabstände. Das erinnert an die Darstellungen aus der Akustik, wo mit zunehmender Annäherung an die Schallgeschwindigkeit (Mach 1) die Wellenberge bis zu einem Minimalwert zusammenrücken, die Dichte der Gasmoleküle maximal, der Abstand zwischen ihnen also minimal wird.

Der Rechengang ist modellhaft. Gezeigt ist jedoch, dass die Hypothese der Adipole zu vernünftigen Ergebnissen führt. Ohne sie wäre dieser Rechengang nicht möglich gewesen.

Die Adipole bewirken danach beim Doppelspaltversuch in den Spaltebenen hochfrequente elektrische Verschiebungsströme, die ihrerseits Quellen weiterer Wellen sind.

Somit gilt: Bewegt sich ein Elektron auf den Doppelspalt zu, so strahlt es eine kugelförmige Polarisationswelle ab, die beide Spalte trifft. Beide Spalte beugen die Strahlen und erzeugen auf dem Schirm die vom Licht bekannten Interferenzlinien. Jetzt aber sind die Maxima nicht nur Intensitäts-, sondern Ladungsmaxima, da sich in den einzelnen Linien die Adipole gleichsinnig orientieren. Hat das Elektron einen der Spalte passiert, so trifft es bevorzugt jene Bereiche, in denen die Adipole positiv orientiert sind. So gesehen interferiert nicht das Elektron, vielmehr bestimmen die Adipole den Landungsort für das Elektron.

Schließt man einen Spalt, so liegt Beugung am Einzelspalt vor. Die Auftreffpunkte der Elektronen werden entsprechend der Beugung am Einzelspalt bestimmt.

Nach diesem Modell werden also nicht Elektronen gebeugt oder zeigen gar Interferenzen, vielmehr werden ihre Landungsplätze durch die wellenartige Bewegung der Adipole vorgegeben.

Dieses Modell ist plausibel. Die Idee der Materiewellen nach de Broglie hat ein großes Erklärungspotential bewiesen. Wahrscheinlich war jene Vorstellung eine geschickte Transformation, die wegen der fehlenden Adipole die Teilchen  in das Wellenbild überführte.

(1)Küpfmüller, K. Einführung in die theoretische Elektrotechnik, 11.verbesserte Auflage 1984, S.457 

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