Ist das Photon Welle oder Teilchen ?                                         Zum Inhaltsverzeichnis

     Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur sein Schüler bleibt“  Nietzsche

Nach den vorangegangenen Darstellungen sind Photonen Wellenzüge, die das Meer von Adipolen durchlaufen.

Um eine konkrete Vorstellung über Photonen zu haben, schlug Einstein Partikel vor, um den damals entdeckten fotoelektrischen Effekt zu deuten. Dieser Vorschlag war so erfolgreich, dass man in der Zukunft mit dem Welle-Teilchen-Bild operierte, wonach je nach Experiment das Photon als Welle oder als Teilchen angesehen wird. Und mit dieser Zweigleisigkeit fand man sich in der Folgezeit ab.

Ist nun diese Doppeldeutigkeit wirklich notwendig? Es liegen heute, 100  Jahre später, neuere Erkenntnisse vor, die eine erneute Diskussion dieses Punktes erlauben.

Aus der nichtlinearen Quantenoptik ist seit längerem bekannt, dass Laserstrahlen extrem hoher Intensität Selbstfokussierung zeigen. Ursache für die Selbstfokussierung sind permanente Dipolmomente der z.B. in der Tabelle aufgeführten Stoffe. Falls polare Adipole existieren, so könnte auch in diesem Medium das Photon dem gleichen Mechanismus unterliegen. Ist es denkbar, dass ein ähnlicher Vorgang beim emittierten Photon vorliegt?

Medium

G [cm²/V²]

P(k) [W]

Schwefelkohlenstoff

2E(-16)

4,5E(+4)

Wasser

2E(-18)

4,5E(+6)

Glas (BK7)

2E(-18)

4.5E(+6)

Lanthan Glas (LaSF7)

6E(-18)

1,5E(+5)

Luft (1 atm)

4E(-20)

5E(+7)

Luft (100 atm)

4E(-18)

5E(+5)

Selbstfokussierung tritt auf, wenn die Feldstärke E im Lichtstrahl größer als eine kritische Feldstärke E(k) ist. Der folgende Formalismus entstammt der Literatur (1).

E(k)² = 0.185 * λ² / (G * n * r²)

r = Radius des Strahlers, n = Brechungskoeffizient, λ = Wellenlänge

G ist eine stoffspezifische Konstante der Größenordnung zwischen 1E(-18) bis 1E(-20) [cm²/V²].   Mit z.B. λ = 5E-5 cm, G = 4E-20 (cm/V)²,  r = 3E-13 cm (klassischer Elektronenradius), n = 1 folgt für die kritische Feldstärke E(k) = 2E17 V/cm. Die Feldstärke an der klassisch gedachten Oberfläche des Elektrons beträgt 1.8E18 V/cm. Damit sind die Bedingungen für die Fokussierung des Photons bei der Emission erfüllt, wenn man das Elektron selbst als die Emissionsquelle ansieht.

Wäre das gesamte Atom die Strahlfläche (r = 3E-8 cm), so betrüge die erforderliche Feldstärke E(k) = 2E27 V/cm, ein Wert, der absurd groß ist.

Nun verringert sich die Feldstärke mit zunehmendem Abstand d vom Elektron proportional zu 1/d². Wenn der Lichtstrahl, wie die Erfahrung lehrt, trotzdem nicht breiter wird, so muss die Fokussierung so stark sein, dass nach der Emission auch im weiteren Verlauf die kritische Feldstärke überschritten bleibt.

Bei einem Laserstrahl muss die Leistung P größer als die kritische Leistung P(k) sein, damit Selbstfokussierung auftritt. Für diese Leistungen gelten folgende Gleichungen:

P = π* r2 * [0.5 * n * ê0 * c * E2 ]

P(k) = (0.29 * ê0  * c   * λ2 ) / G

Dabei sind weiter: ê0 = Influenzkonstante, c = Lichtgeschwindigkeit, E= elektrische Feldstärke

G ist wiederum die stoffspezifische Konstante der Größenordnung 1E(-20)[cm²/V²]

Da für die Fokussierung P > P(k) sein muss, lässt sich durch Gleichsetzen der beiden Gleichungen eine kritische Grenze für das Produkt (r*E)² bestimmen.

(r*E)² = (2*0.29*λ²)/(π  * n / G) = 0,184 * λ² / G

Mit n = 1, λ = 5E-5 cm und G = 1E-20 folgt  (r*E)² = 4.6E+10

Mit dem oben gefundenen Wert von E(k) = 2E+17 folgt für r:

r = 1.1E-12 cm

Formal wäre dies der für die Wellenlänge 5E-5 cm gefundene Strahldurchmesser, wenn die Feldstärke im Strahl exakt gleich der kritischen wäre.

Das Medium wirkt wie eine Sammellinse, verbunden mit einem Lichtwellenleiter. In einer Entfernung Z liegt bereits ein fokussierter Strahl vor. Für die Länge Z gilt (1):

Z = π* r² / λ / (P/Pk-1)+1/2

Für Selbstfokussierung muss P > P(k) sein. Nimmt man z.B. P = 1.0001*P(k), so folgt für die Wurzel 1E-2. Daraus folgt: Z = 2.5 E-17 cm. Das bedeutet, dass im Abstand von etwa 1E-17 cm vom Elektron der Wellenzug bereits fokussiert ist.

Es lag der Gedanke nahe, dass der gleiche Mechanismus für ein Photon gilt. Wie sieht dann die Berechnung für ein einzelnes Photon aus?

Die Feldstärke eines Lichtstrahls lässt sich berechnen:

Energie = P * T = I * F * T = F * T * 0.5 * c * ê0* E² =  h * ν  

mit T = Kohärenzzeit, F = Strahlquerschnitt, h = Planck'sches Wirkungsquantum, ν = Frequenz, I = Intensität. Daraus folgt:

E² = 2*h /(π * ê0 * λ * T * r²)

Einsetzen der benutzten Werte für r und λ mit T = 10-8 sec als Zeitdauer des Emissionsvorgangs (und Einschwingzeit des Elektrons) ergibt eine Feldstärke von 3.5E7 V/cm, im Vergleich zum oben bestimmten Wert von rund 1E17 viel zu klein. Dieser Wert für die kritische Feldstärke ist mit r = 1E-22 cm als obere Grenze erreichbar. Der reale Wert kann also auch erheblich kleiner sein. Ein Radius von etwa 1E-35 cm ergibt einen zylinderförmigen Wellenzug, der einen gegenläufigen, parallelen Wellenzug gleicher Eigenschaft nicht stört, da der Wirkungsquerschnitt aus der Theorie mit 1E-72 cm² genannt wird (2). 

Der extrem kleine Radius von 1E-22 cm entspricht dem des Neutrino - Wirkungsquerschnittes (1E-47 m²), wie er von Cowan und Reines bestimmt wurde (3). 

Für die Abstrahlung eines einzelnen Photons aus einem Atom wird häufig eine Emissionszeit von T= 10-8  sec angenommen, was einer Kohärenzlänge von 3 m entspricht. Diese Länge tritt auch beim Einzelemissionsvorgang sicher nicht auf.

Nimmt man für das Elektron im Atom ein Pendel als Ersatzbild, so tritt neben der Rückstellkraft auch ein Term für Reibungsverluste auf, der die Amplituden der aufeinander folgenden Wellen reduziert. Auch die Rückstellkraft, die elektrische  Wechselwirkung zwischen Kern und Elektron, ist sicher nicht linear verknüpft mit dem Abstand Kern- Elektron. Die Vorstellung des Überganges von einem Orbital in den anderen geschieht über Schwingungen, wobei die scheinbare Ladung des Kerns für das Elektron permanent wechselt. Damit verbunden ist ein Frequenzband. Die Schwingung selbst wird gedämpft durch die „virtuellen Teilchen aus der Quantenfluktuation“, die bereits als Ursache für die Lamb - Verschiebung angesehen werden.

Letztlich sind dann Lichtstrahlen Lichtwellenleiter, in denen Wellen unterschiedlicher Frequenz zu Wellenpaketen verdichtet werden, die als sogenannte Solitonen ihre Form behalten und über sehr große Entfernungen ihre Paket- oder Teilchenform beibehalten. Falls dies auch für ein Photon gilt, so liegt damit ein Teilchengebilde vor, das als Teilchen Welleneigenschaften hat.

Falls das Kriterium, dass die Leistung P größer als die kritische ist, nicht erfüllt ist, erfolgt keine Fokussierung und Entstehung des Wellenleiters. Großflächige Sender erzeugen daher für elektromagnetische Strahlung sich im Raum ausbreitende Wellen.

Zum Teil beruhen die beschriebenen Vorstellungen auf der Basis der klassischen Physik, denn die Fokussierung von Strahlen war bereits von Maxwell mit den sogenannten pondero-motorischen Kräften angedeutet, die eine Einschnürung der gedachten Feldlinienröhren im Äther bewirken sollten. Nur die Interpretation des Michelson - Versuches, der die Äthertheorie verwarf, ließ jene Vorstellungen obsolet werden.

Als Anmerkung sei hier hinzugefügt, dass auch für den Doppelspaltversuch mit Elektronen mit diesen Vorstellungen eine andere Interpretation möglich ist: Das sich auf den Spalt zu bewegende Elektron erzeugt eine Vorwärtswelle in den Adipolen, die analog zur Optik auf dem Schirm Interferenzen erzeugen. Jetzt sind die Streifen auf dem Schirm allerdings gerichtete Adipole die positive und negative Ladungszentren erzeugen, gemeinsam mit dem Bildschirmmaterial. Hat das Elektron einen der Spalte passiert, so erzeugt es nur noch eine den Schirm überlagernde Kugelwelle. Die positiven Ladungsstellen wären somit die Landungsorte der Elektronen.

Wird ein Spalt geschlossen, tritt normale Beugung am Spalt auf mit veränderten Ladungsorten2661. 

(1) Bergmann Schäfer, Lehrbuch der Experimentalphysik, Bd.3, Optik 7.Auflage, 1978. S.860-863

(2) Bergmann Schäfer, Lehrbuch der Experimentalphysik, Bd.3, Optik 7.Auflage, 1978. S.735

(3) Gerthsen, Physik, 20.Auflage 1999, S.720 

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